Urlaubsanspruch Nachweis einfordern

Bei einem Arbeitgeberwechsel wollen manche Arbeitnehmer Nutzen aus einem arbeitsrechtlichen Grundsatz ziehen und für sich mehr Freizeit herausholen. Dieser besagt, dass der Urlaubsanspruch an der Person hängt, nicht aber am Unternehmen. Beispiel: Ein Arbeitnehmer hat bei seinem alten Arbeitgeber einen Urlaubsanspruch von 20 Tagen. Davon nimmt er zehn Tage lässt sich zehn Tage ausbezahlen.

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Bei seinem neuen Arbeitgeber gibt er an, im laufenden Jahr bisher insgesamt nur zehn Tage genommen zu haben, ihm also noch 20 Tage zustehen.

Diese Missbrauchslücke hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) endgültig geschlossen. Das BAG in seiner Entscheidung (Az. 9 AZR 295/13): Ein Arbeitnehmer darf gesetzlichen oder tariflichen Urlaub nicht doppelt in Anspruch nehmen. Im Einzelfall muss der betroffene Mitarbeiter den Nachweis erbringen, dass aus dem früheren Arbeitsverhältnis noch nicht erfüllte Urlaubsansprüche bestehen. Wird dieser Nachweis nicht erbracht, braucht der neue Arbeitgeber nicht
dafür zu zahlen.

Das heißt: Die Entscheidung der Erfurter Arbeitsrichter sorgt für mehr Rechtssicherheit. Von einem neuen Mitarbeiter sollte bei Arbeitsantritt der Nachweis des beim alten Arbeitgeber noch nicht genommenen Urlaubs verlangt werden. Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, einem ausscheidenden Mitarbeiter einen entsprechenden Beleg auszuhändigen.