Lebensversicherung:Finanzierungslücke?

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Lebensversicherung Finanzierungslücke?

Die Devise von Versicherungsvertretern, die Unternehmern vor Jahren für Lebensversicherungen Traumrenditen vorgerechnet haben: Was geht mich mein Geschwätz von gestern an? Das Kleingedruckte kam dabei eindeutig zu kurz. Die garantierte Verzinsung belief sich seinerzeit auf drei bis vier Prozent; das aber nur auf den Sparanteil. Der Risikoanteil der Police und die undurchschaubaren Verwaltungskosten der Versicherungen werden noch bis heute rausgerechnet. Die zwangsläufige Folge:

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Die z. B. für die Altersversorgung vorgesehenen Versicherungssummen schrumpfen wegen fehlender oder viel geringerer Überschussbeteiligung bei vielen Gesellschaften auf ein Minimum. Deckungslücken bis 40 Prozent sind nicht selten. Zusätzliche Sparmaßnahmen oder Nachfinanzierungen sind dann unumgänglich. Was zu tun ist:

  1. Für die betreffenden Versicherungen jetzt einen Kassensturz machen. Welche Auszahlungen sind tatsächlich zu erwarten? Welche Finanzierungslücken bestehen? Schauen Sie sich dazu die Ihnen jährlich zugesandten Bestandsmitteilungen der Assekuranzen an --
  2. Alternativen prüfen. Die Versicherung zu kündigen, ist in den meisten Fällen ein sehr schlechtes Geschäft. Die garantierte Rendite ist bei Verträgen von vor 2000 meist immer noch deutlich höher als bei anderen Sparanlagen. Und bei Altverträgen fließt Ihnen die Versicherungssumme später steuerfrei zu. Andere Sparanlagen bieten im Moment in der Regel schlechtere Alternativen. Mit ähnlichen Rendi-ten wie die älteren Lebensversicherungen können höchstens Aktien oder Fondsanteile aufwarten. Dort kann es aber Kursverluste geben. Dies ist ärgerlich und auch teuer, wenn Sie das Geld zu einem Zeitpunkt benötigen, an dem die Märkte gerade im Keller sind. Daher sollten Sie nur dann zu diesen Anlageformen greifen, wenn Sie noch mindestens 7 bis 10 Jahre Anlagezeit haben --