Altersvorsorge GmbH-Chefs Strenge Vorgaben für Pensionszusage

Für die Altersvorsorge der Geschäftsführung muss die GmbH eine ganze Reihe Hürden meistern. Bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern sind etwa für die steuerliche Anerkennung einer Pensionszusage bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Ein ganz wichtiges Kriterium ist zum Beispiel, dass die Zusage ab dem Zeitpunkt ihrer Erteilung noch erdienbar sein muss. Gerade diesem Merkmal wird in der Praxis oft noch zu wenig Beachtung geschenkt. Etliche Entscheidungen der jüngeren BFH-Rechtsprechung belegen dies nachhaltig.

Anzeige

Was verlangt wird:

  1. Der Zeitraum zwischen der Zusage und dem vorgesehenen Eintritt in den Ruhestand muss mindestens 10 Jahre betragen --
  2. Eine Pension kann in der Regel nur erdient werden, wenn sie dem Gesellschafter-Geschäftsführer noch vor Vollendung seines 60. Lebensjahres zugesagt wird --
  3. Bei nicht beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern genügt eine Restdienstzeit von mindestens drei Jahren, wenn sie dem Betrieb mindestens zwölf Jahre angehören --

Die vorgenannten Kriterien sind nach einem aktuellen Urteil des BFH aber nicht nur bei einer Pensionszusage steuerlich maßgebend. Die Zehnjahresfrist gilt auch für den Fall einer mittelbaren Versorgungszusage einer rückgedeckten Unterstützungskasse. Bei Nichteinhalten der Frist darf die Finanzverwaltung zu Recht von einer verdeckten Gewinnausschüttung ausgehen (Az. I R 33/15).

Der dem Urteil zugrunde liegende Sachverhalt: Die GmbH gewährte ihrem 57-Jährigen Geschäftsführer die Versorgungszusage in Form einer rückgedeckten Unterstützungskasse. Da der Renteneintritt mit Vollendung des 65. Lebensjahres festgelegt war, ist nach ständiger Rechtsprechung das Merkmal der Erdienungsdauer nicht erfüllt. Die von der GmbH an die Unterstützungskasse gezahlten Beträge sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Sie erhöhen vielmehr den steuerpflichtigen Gewinn.

Für die Praxis: Bei Gesellschafter-Geschäftsführern ist es unabdingbar, jede Altersvorsorgemaßnahme der GmbH daraufhin zu prüfen, ob hier nicht auch die für reine Pensionszusagen entwickelten Bedingungen zu beachten sind. Wenn steuerlich nichts schief gehen soll, ist ein vorgeschaltetes Gespräch mit dem steuerlichen Berater dringend zu empfehlen.