Betriebsprüfung Wenn der Finanzbeamte zweimal klingelt

Im Branchenrahmen liegender Umsatz und/oder Gewinn sind kein sicherer Schutz vor Steuerprüferbesuchen. Das gilt auch für die Tatsache, dass bei mittelständischen Betrieben statistisch mehr als 13 Jahre vergehen bis wieder ein Fiskalvertreter im Betrieb auftaucht. Die Unternehmen unterliegen einer permanenten Fernkontrolle durch die Finanzverwaltung. Im Einzelfall reicht bereits eine geringe Abweichung vom bisherigen Erscheinungsbild, um die Finanzbeamten neugierig zu machen.

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Das können ungewohnte neue Sachverhalte in den Steuererklärungen sein; aber auch Kontrollmitteilungen anderer Finanzbehörden zu Auffälligkeiten bei ihren Steuerprüfungen in Unternehmen.

Weitere, von einem Insider genannte Gründe: 1. Starke Gewinnschwankungen -- 2. Merkliche Verluste über mehrere Jahre -- 3. Gewinn und Aufschlagskalkulation entsprechen nicht dem Branchendurchschnitt nach den Richtsatztabellen -- 4. Häufige und/oder umfangreiche Geschäfte im Gesellschaftsverhältnis -- 5. Letzte Betriebsprüfung führte zu erheblichen Steuernachzahlungen -- 6. Geschäfte, die mit dem Gesellschaftszweck wenig zu tun haben -- 7. Deutlich über dem Durchschnitt liegende Bargeschäfte -- 8. Wechsel der Rechtsform --

Für die Praxis: Gehen Sie die aufgelisteten Punkte durch, ggf. mit Ihrem Steuerberater. Prüfen Sie weiterhin, ob es in Ihrem Unternehmen noch andere Auffälligkeiten gibt. Ziel sollte sein, mögliches
Risikopotenzial für vorgezogene Fiskalbesuche auszumachen. Im Bedarfsfall ist zu überlegen, durch welche Maßnahmen es sich entschärfen lässt.