Recommerce Was geeeht?

Bei MySwooop geht so einiges. Hier kann der Kunde zuschnappen – sowohl stationär als auch online.

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Jeder kennt das Problem: Will man Gebrauchtes z. B. bei Ebay kaufen oder verkaufen, ist das immer mit viel Aufwand verbunden: Anmeldung, Fotos machen und ins Netz stellen, das Produkt beschreiben, die Seite beobachten usw. Das bringt anfangs noch Fun, verliert jedoch spätestens beim zweiten Mal seinen Reiz. Erfahrungen, die auch Benjamin Aktan, Jan-Lucca Sielski und Simon Gabriel gemacht haben. Doch kein Problem ohne Lösung. Die Idee der drei Jungunternehmer: ein stationäres Geschäft, in dem man seine gebrauchten Dinge abgibt und direkt Geld bekommt, kombiniert mit einer An- und Verkaufsplattform, die wie die üblichen Recommerce-Plattformen funktioniert. Das war 2011 die Geburtsstunde von MySwooop. Ein Konzept, das auch heute ganz wunderbar funktioniert.

Und wie funktioniert’s? In den zwei Bremer Geschäften können sich Kunden Preisangebote für ihre gebrauchten Dingen einholen. Dazu müssen das Produkt und der Hersteller identifizierbar sein. Zustand der Ware und Funktionstüchtigkeit werden gecheckt. Aber bei MySwooop geht mehr: Auch defekte Sachen werden aufgekauft und in der angeschlossenen Werkstatt repariert. „Dieser Reparaturdienst funktioniert aber auch losgelöst vom Verkauf und hat sich mittlerweile als günstigster Reparaturdienst in Bremen etabliert“, berichtet Jan-Lucca Sielski. Nach dem Check wird dann mit Hilfe einer eigenen Software der Preis ermittelt. Ein Teil der angekauften Produkte wird in den Filialen ausgestellt und kann von den Kunden direkt gekauft werden. An einem riesigen Touchscreen in den Verkaufsräumen können die Kunden zusätzlich im Onlineshop gezielt nach Artikeln suchen, die sie nicht im Geschäft gefunden haben und sich diese in den Laden liefern lassen.

Aber bei MySwooop geht noch mehr: Die drei Jungunternehmer bieten neben dem An- und Verkauf eine ganze Reihe von Dienstleistungen an. Für gebrauchte Handys können Kunden auch Handyverträge über Debitel abschließen. Ab einem Warenwert von 100 Euro können Kunden sogar finanzieren lassen. Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Garantieschutz für technische Geräte zu bekommen. Leistungen, die allesamt gut nachgefragt werden.

Und weil das Geschäft so gut läuft, wollen die Drei expandieren und zu den zwei Filialen in Bremen 2016 deutschlandweit fünf bis sechs weitere Filialen eröffnen und gleichzeitig ihr Onlinegeschäft ausbauen. Das nötige Kleingeld für diese Pläne bekommen sie u. a. von ihrem strategischen Partner und Investor Melchers Group.