DIY Service gewünscht - auch gegen Geld

Da heißt es doch immer, in Deutschland würde für Service kein Geld ausgegeben. Zumindest im Bereich von Handwerker-Dienstleistungen scheint das ganz anders zu sein. Denn eine aktuelle Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov Deutschland im Auftrag des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) belegt, dass offenbar viele Heimwerker und Hobbybastler bereit sind, sich bei der Umsetzung ihrer DIY-Projekte in Haus und Garten fachkundig helfen zu lassen, auch wenn sie dies Geld kostet: 43 Prozent der Kunden von Baumärkten würden für einen dort als Service angebotenen unterstützenden Handwerkerservice bezahlen. Und 42 Prozent würden entgeltliche Hilfe bei einfacheren Heimwerkerarbeiten in Anspruch nehmen.

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Einen unterstützenden Handwerkerservice würden 67 Prozent aller Befragten nutzen und zur Umsetzung geplanter Projekte einen Handwerker über den Baumarkt beauftragen. 40 Prozent der Befragten wären auch bereit, dafür zu zahlen, 27 Prozent hätten Interesse, würden den Service aber nur unentgeltlich nutzen. Von den Baumarktkunden würden sogar 43 Prozent das Angebot entgeltlich nachfragen, 28 Prozent würden den Service kostenlos nutzen. Auch einen Heimwerkerservice fänden viele Befragte interessant: 66 Prozent aller Befragten könnten sich vorstellen, Hilfskräfte für kleinere DIY-Tätigkeiten im Baumarkt zu beauftragen, etwa für Transporte, den Zusammenbau von Möbeln oder das Aufhängen von Regalen oder Lampen. Bei 39 Prozent der Befragten wäre auch die Zahlungsbereitschaft vorhanden, 27 Prozent hätten Interesse, würden den Service aber ausschließlich kostenlos nutzen. Bei den Baumarktkunden ist das Interesse noch höher: Hier würden sogar 42 Prozent für das Angebot Geld ausgeben. Und diese Zahlen gelten nicht nur für das Haus, sondern auch für den Garten. Für eine Gartenplanung würden 33 Prozent aller Befragten (36 Prozent der Baumarktkunden) bezahlen und als Baumarktservice – von Grundstücksanalyse und darauf basierenden Gestaltungskonzeptionen – in Anspruch nehmen.

Eine entgeltliche Zaunplanung (Analyse der Geländesituation, Aufzeigen individueller Gestaltungsmöglichkeiten (Zaunarten/Werkstoffe/Farbvarianten und Projektplanung) könnten sich 22 Prozent der Befragten (23 Prozent der Baumarktkunden) vorstellen. Darüber hinaus untersuchten die Marktforscher, welche Leistungen und Services des Baumarkthandels die Verbraucher auch am Wochenende nutzen möchten. 43 Prozent der Befragten würden der Umfrage zufolge gerne auch sonntags in den Baumarkt gehen, um Waren und Sortimente vor Ort auszuwählen und kaufen zu können. Unter den Baumarktkunden ist dies mit 48 Prozent der Befragten sogar fast die Hälfte. Und sonntags bestellte Waren im Baumarkt vor Ort abholen zu können, das wünschen sich immerhin 11 Prozent aller Befragten (12 Prozent der Baumarktkunden). Mich überraschen diese Zahlen keineswegs. Denn die Zahl der handwerklich versierten Menschen nimmt nicht nur in meinem Bekanntenkreis stetig ab. Und was früher noch der Vater manchmal richtete oder ein älterer Nachbar, fällt aus Altergründen auch immer mehr aus. Wenn es dem Handel hier gelingt, gut in die Bresche zu springen, ist der Erfolg in meinen Augen vorprogrammiert.